Fertilitätschirurgie

Ein unverzichtbarer Schwerpunkt und auch eine Kernkompetenz unserer reproduktionsmedizinischen Einheit ist die Fertilitätschirurgie. Fertilitätschirurgische Eingriffe dienen der Verbesserung der Fruchtbarkeit. Sie stehen in den meisten Fällen nicht eine Alternative zur Kinderwunschbehandlung dar, sind aber sehr wohl bei entsprechender Indikation ein substanzieller Faktor, der den Erfolg einer Kinderwunschbehandlung verbessern kann. Zahlreiche gutartige Veränderungen und Erkrankungen der Gebärmutter(Uterus) und der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) wie zum Beispiel Myome, Endometriumpolypen oder Verwachsungen können nicht nur zu Beschwerden, sondern zu einer signifikanten Beeinträchtigung der Fertilität führen.  In vielen Fällen behindern diese mechanisch oder über eine Veränderung des endometrialen Milieus das Einnisten des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut. Eine mechanische Beeinträchtigung des Uterus kann unter Umständen auch eine gesunde Schwangerschaft behindern, etwa den Platz in der Gebärmutter für den Embryo respektive Fötus verringern. Unsere diagnostischen undoperativen Eingriffe sind dabei minimal invasiv.

Welche operativen Therapien bei unerfülltem Kinderwunsch gibt es?

Eine Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) hilft operativ, Verwachsungen zu lösen, Polypen oder Myome zu entfernen.

Diagnostisch wird die Hysteroskopie eingesetzt, um pathologische Veränderungen im Uterus zu erkennen den Erfolg eines operativen Eingriffes zu überprüfen. Mehr unter: Hysteroskopie.

Zur diagnostischen Analyse der Eileiter steht auch die HyFoSo zu Verfügung. Mehr unter: Eileierdurchgängigkeits-prüfung mittels HyFoSo.

Fertilitätschirurgie beim Mann

Die Hodenbiopsie stellt einen oberflächlichen chirurgischen Eingriff dar, bei dem einseitig oder beidseitig der Hoden ein oder mehrere Gewebeteile durch kleine Schnitte entfernt werden. Ziel ist die Spermienentnahme, wenn eine Azoospermie vorliegt oder eine Refertilisierung nach Vasektomie als nicht sinnvoll angesehen wird.

Die entnommenen Gewebeeile werden im andrologischen Labor unter einem Mikroskop untersucht, um festzustellen, ob Spermien vorhanden sind oder nicht bzw. ob die Spermienproduktion im Hoden normal verläuft oder nicht.

Sind Spermien vorhanden können diese aus den Gewebeproben isoliert werden. Diese können anschliessend entweder frisch für eine ICSI-Behandlung verwendet werden oder auch bei -196ºC in flüssigem Stickstoff tiefgefroren werden, wenn die ICSI zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen ist oder wenn weitere Kinderwunschbehandlungen eingeplant sind.

Im Allgemeinen gibt es zwei Biopsietechniken. Die TestikuläreSpermienextraktion (TESE, engl. testicular sperm extraction) und die TestikuläreSpermienaspiration (TESAtesticular sperm aspiration). Mehr unter: Hodenbiopsie (TESE /TESA)

Zum gewonnenen Hodengewebe kann zur diagnostischen Ergänzung auch eine histologische Untersuchung durchgeführt werden, um die Spermienproduktion im Hoden zu bewerten, respektive herauszufinden an welchem Stadium die Spermatogenese unterbrochen oder beeinträchtigt ist.

Qualität

Aufgrund der in die Kinderwunschbehandlung integrierten fertilitätschirurgischen Prozesse mit direkter Rückmeldung an den behandelnden Kinderwunscharzt und das IVF-Labor können lange Wartezeiten für die Kinderwunschpaare vermieden und die Behandlung optimiert werden. Zusätzlich entfällt bei der TESE der Qualitätsverlust durch eine primäre Kryokonservierung des Biopsats.