Die biologische Uhr tickt

Frauen stellen rund die Hälfte der Bevölkerung und 46,5 Prozent der Erwerbstätigen – und sie sind sehr gut ausgebildet. In den Gesundheits- und Sozialberufen sind 76 Prozent Frauen beschäftigt. Über 70 Prozent in den pädagogischen Berufen. Die moderne Frau eilt  durchs Leben, stets Job und Karriere im Blick, sie schläft zu wenig, die Freizeit ist durchgeplant. Sie steht „unter Strom“, aber meist bekommt sie alles unter einen Hut. Am liebsten ist sie unabhängig. Sie hat große Ansprüche bei der Partnerwahl. Hausbau, Hochzeit und Familienplanung sollen zu einem späteren Zeitpunkt ihres Lebens stattfinden.

Durch diesen oder ähnliche Lebensstile steigt das Durchschnittsalter von europäischen Frauen bei ihrem ersten Kind zunehmend und liegt aktuell bei 30,7 Jahren. Was viele jedoch nicht wissen: Die biologische Uhr tickt. Jede Frau hat von Geburt an eine fixe Anzahl an Eizellen. Je älter eine Frau wird, desto weniger Eizellen hat sie somit zur Verfügung. Dazu kommt, dass auch die Qualität der Eizellen abnimmt. Das hohe Tempo des Alltags, in Verbindung mit dem zunehmenden Alter der Frau, führt nicht selten zu Beeinträchtigungen der Fruchtbarkeit.

Die Reproduktionsmedizin hält einige Möglichkeiten bereit, um diesen Situationen vorzubeugen bzw. bei unerfülltem Kinderwunsch professionelle Beratungen und Therapien in Anspruch nehmen zu können. Wichtig ist aber, dass Frauen sich bei der Familienplanung nicht allein auf die Medizin verlassen. Die Chancen einer IVF-Behandlung können durch einen gesunden Lebensstil und ausgeglichenen Hormonhaushalt verbessert werden. Doch was genau hilft dabei im Alltag?

Atempause

Stress wirkt sich negativ auf unseren Körper und damit auch auf unsere Fruchtbarkeit aus. Das Gleichgewicht der Hormone kann durch permanente Anspannung stark beeinflusst werden. Auswirkungen sind zum Beispiel, dass der Eisprung ausbleiben kann. Oder anders gesagt, durch Stress blockiert der Körper die natürliche Empfängnis. Was können Frauen tun? Der erste Schritt ist, den Druck des Alltags zu verringern. Ggf. kann auch ein Gespräch mit einem Therapeuten helfen. Methoden zur Stressreduzierung wie Yoga, Meditation oder autogenes Training sind sehr gut geeignet. Die Devise lautet: Druck rausnehmen und sich bewusst Auszeiten gönnen!

Gute Nacht!

Deftiges Essen und Alkohol am Abend, Bewegungsmangel sowie wechselnde Schlafens- und Aufstehzeiten führen nicht nur zu Schlafstörungen, sondern haben auch einen negativen Effekt in puncto Fruchtbarkeit. Denn sie bringen den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht und beeinträchtigen die körperliche und emotionale Gesundheit. Das Stresshormon Adrenalin ist ein Gegenspieler des Fruchtbarkeitshormons und bewirkt u.a. auch eine zögerliche Reifung der Eizellen. Was also tun? Halten Sie den Schlaf-Wach-Rhythmus ein, damit sich die Stresshormone abbauen können und der Schlaf erholsamer wird.

„Fit wie ein Turnschuh“

Sport fördert den allgemeinen Gesundheitszustand und regt den Stoffwechsel an, nebenbei wird auch das Körperfett reduziert. Alles Faktoren, die sich positiv auf die Fruchtbarkeit auswirken. Das Training sollte jedoch auf keinen Fall zu exzessiv sein. Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie Joggen oder Schwimmen, aber auch Bewegungs- und Entspannungsübungen wie Yoga oder Pilates. Ein langer Spaziergang an der frischen Luft reicht manchmal schon völlig aus.

Gesund und ausgewogen

Ist der Organismus gesund, läuft der Hormonhaushalt rund. Dafür sorgt auch eine ausgewogene Ernährung mit vitamin- und nährstoffreichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukte sowie Fisch, Fleisch, Eier und Nüsse. Verzichten Sie auf eine radikale Diät, diese belastet den Körper. Bestimmte Nährstoffe sind für Frauen besonders wichtig für die Fruchtbarkeit und die spätere Schwangerschaft, beispielsweise Folsäure. Denn dieses essentielle Vitamin hilft dem Körper beim Aufbau und der Reparatur von Zellen und unterstützt somit eine gesunde Zellteilung und Zellfunktion. Den Bedarf an Folsäure über die Nahrung zu decken, ist schwierig. Nach Rücksprache mit Ihrem Arzt, können Sie Folsäurepräparate bereits bei Kinderwunsch einnehmen. Achten Sie grundsätzlich auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung.

Have fun!

Gute Laune und Spaß bereichern unser Leben. Der Fortpflanzungsakt sollte nicht nur als Mittel zum Zweck gesehen werden, sondern vielmehr mit Spaß verbunden sein und ohne Druck ablaufen. Guter Sex erhöht die Durchblutung und kann die Empfängnisbereitschaft steigern. Was aber tun, wenn es einfach nicht klappen will? Lassen Sie sich nicht verrückt machen, bleiben Sie optimistisch und nehmen Sie ggf. eine ärztliche Beratung in Anspruch. Die aktuelle Empfehlung von Spezialisten in der Reproduktionsmedizin lautet: Paare mit Kinderwunsch, die nach dem 35. Lebensjahr trotz aller Bemühungen nicht schwanger werden, sollten bereits nach 6 Monaten (und nicht erst nach 12 Monaten, wie bei Frauen vor dem 35. Lebensjahr) eine medizinische Abklärung der Ursachen in Betracht ziehen (Eileiter, Eizellen, Samen, Hormone etc.).

IVF Zentren Prof. Zech – Bregenz
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