Fruchtbarkeit beim Mann: Der Weg zu gesunden Spermien

Bleibt der Schwangerschaftsstreifen auch nach mehreren Monaten negativ, kommen bei vielen Frauen Zweifel auf. „Kann ich keine Kinder bekommen?“, „Was mache ich falsch?“ oder „Was funktioniert da bei mir nicht?“ sind typische Gedanken, die viele quälen. Dabei betrifft das Thema Unfruchtbarkeit nicht nur Frauen. Im Gegenteil: Bei knapp der Hälfte der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch liegt die Ursache beim Mann. Die gute Nachricht: Ihr könnt etwas für die Qualität eurer Spermien tun. Von Sport über Ernährung bis hin zu einfachen Alltagstipps – hier erfahrt ihr, wie die Spermien eures Partners fit werden.

Eine Aufgabe für jeden Tag: Achtet auf eure Ernährung

Ein gesunder Körper produziert gesunde Spermien. Deshalb sollte gerade bei Fruchtbarkeitsproblemen eine gesunde und ausgewogene Ernährung auf der Tagesordnung stehen. Mann sollte viel Obst und Gemüse essen und auch Vitamin D sollte auf dem Speiseplan nicht zu kurz kommen. Die besten Vitamin-D Lieferanten sind Ei, Fisch, Milch und Butter. Auch auf die ausreichende Einnahme der Vitamine A, B, C, E und Zink solltet ihr achten. Leber steckt voller Vitamin A, Avocado ist reich an Vitamin B und Paprika sowie Brokkoli sind wahre Vitamin-C-Bomben. Himbeeren treiben seinen Vitamin-E-Spiegel in die Höhe und besonders viel Zink ist in Nüssen enthalten.

Fitte Spermien in fitten Körpern

Sport ist Mord? Nein! Sport bringt die Spermien in Schwung! Körperliche Fitness steigert die Zahl der Antioxidantien, die zum Schutz der Spermien beitragen. Außerdem erhöht regelmäßige Bewegung den Testosteronspiegel. Trotz dieser anspornenden Infos solltet ihr jedoch darauf achten, dass ihr es nicht übertreibt, denn: Exzessiver Sport schadet mehr als dass er zu gesunden Spermien beiträgt.

Ein positiver Nebeneffekt, der sich aus der zusätzlichen Bewegung ergeben kann, ist die Gewichtsreduktion. Gerade beim Thema Unfruchtbarkeit ist es wichtig, ein gesundes Körpergewicht zu erreichen. Denn die Qualität des Spermas wird durch Über- und Untergewicht beeinträchtigt. Verschiedene Untersuchungen deuten darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen einem steigenden Body-Mass-Index (BMI) und einer abnehmenden Spermienzahl sowie einer geringeren Spermienbewegung gibt.

Cool bleiben!

Spermien lieben eine Temperatur zwischen 33 und 35 Grad – deshalb liegen die Hoden außerhalb des Körpers, da es dort um einige Grad kühler ist. Die flinken Samenzellen sind besonders anfällig für Umweltfaktoren, beispielsweise kann eine erhöhte Hodentemperatur die Spermienproduktion beeinträchtigen. Doch hier könnt ihr eingreifen: Sorgt für kühle und glückliche Spermien, indem ihr enge Hosen meidet, bei langen Autofahrten auf die Sitzheizung verzichtet und Hodenbelastung durch warme Gegenstände, wie beispielsweise einen Laptop, umgeht. Kurzzeitige Erwärmung wie zum Beispiel in der Sauna ist dagegen völlig unbedenklich.

Glimmstängel und Stress ade

Neben den schnell und einfach anwendbaren Tipps, wie etwa gesunde Ernährung und Sport, gibt es auch Einflüsse, die nicht von heute auf morgen umsetzbar sind – trotzdem sind sie wichtig! So wirkt sich Rauchen negativ auf die männliche Fruchtbarkeit aus und verringert sowohl die Beweglichkeit als auch die Anzahl der Spermien. Das haben zahlreiche Studien bewiesen. Trennt Mann sich von seinem Laster, kann er die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung um fast 30 Prozent steigern. Ein toller Ansporn, oder?

Zum Alltag gehören oft auch Stress im Job und in der Freizeit. Doch Hektik und wenig Zeit zum Durchatmen wirken sich negativ auf die männliche Fruchtbarkeit aus. Leichter gesagt, als getan – dennoch solltet ihr versuchen, es umzusetzen: Vermeidet Stress im Alltag und auf der Arbeit! Entspannt euch öfter. Genießt Auszeiten. Die Erholung wird sich positiv auf eure Fruchtbarkeit auswirken.

Nicht kichern, nicht schämen: Miteinander reden!

Männliche Unfruchtbarkeit bleibt ein Tabuthema. Fatalerweise, denn die Zahl unfruchtbarer Männer wächst stetig. Deshalb ist es umso wichtiger, das Thema in der Beziehung anzusprechen. Denn andernfalls kann eine Spirale aus Scham und Unsicherheit entstehen, die schließlich in Entfremdung des Paares mündet. Unfruchtbarkeit ist kein Indikator für die Stärke der Beziehung. Es sollte normal sein, auch über intime Teile des Körpers zu sprechen. Dabei geht es hier nicht um Schuldzuweisung, sondern gemeinsame Problemlösung. Wie ihr gelesen habt, gibt es viele (einfache) Möglichkeiten, die Spermienqualität zu steigern. Die Unfruchtbarkeit könnt ihr nutzen, um euch als Paar emotional näherzukommen, indem ihr über eure Sorgen und Ängste sprecht. Nutzt die obenstehenden Tipps für euch: Achtet gemeinsam auf gesunde Ernährung, probiert neue, vitaminreiche Rezepte aus, geht zusammen zum Sport und schafft euch Auszeiten, um Stress zu reduzieren. Vielleicht hört der Partner auch auf zu rauchen oder unterstützt dich hierbei – toll, denn gemeinsam seid ihr stärker. Und seine Spermien werden es auch bald sein!